Hinten wird der Bulle flach

Für die Fans an der Strecke landete Ulf auf jeden Fall fast auf dem Treppchen.
Für die Fans an der Strecke landete Ulf auf jeden Fall fast auf dem Treppchen.

Bei Temperaturen um zehn Grad und leichtem Nieselregen begann für Ulf Fröhlich der diesjährige HASPA Marathon Hamburg unter recht guten Wetterbedingungen.

 

Da es sich um seinen ersten Lauf über diese Distanz handelte galt es zunächst die Stimmung und Atmosphäre vor dem Start in der Aufstellung und an der Strecke aufzusaugen. Mit ihm genossen knapp 18.000 Starter die ausgelassene Laune mit Volksfestcharakter der insgesamt etwa 800.000 Zuschauer im gesamten Bereich der Loipe.

 

Von der Messe Hamburg ging es ab neun Uhr zunächst über „den Kiez“, Blankenese, die Elbchaussee bis hin zum Fischmarkt und den Landungsbrücken. Spätestens hier konnte Ulf die Schwärmereien von diesem Lauf nachvollziehen. Vorbei an der neu entstehenden Hafencity gab es im Wallringtunnel vor dem Hauptbahnhof Ovationen der besonderen Art. Einem Paar klatschender Hände folgten sogleich etwa 800 weitere um sich selbst lautstark für die weitere Strecke zu motivieren.

Nachdem auch die Binnenalster umlaufen war wurde es im Hamburger Norden etwas ruhiger. Dennoch spielten auch hier vereinzelt Spielmannszüge oder Trommlerkorps.

 

Im Bereich Eppendorf wurden die letzten Kilometer eingeläutet und der Mann mit dem Hammer entpuppte sich glücklicherweise als Ulfs eigener Bruder mit Anfeuerungen und einer Dose rotem Bullen. Den ein oder anderen Anstieg galt es noch zu bewältigen bevor es unter tosendem Applaus die letzten Meter über den roten Teppich in den Zieleinlauf ging. Überglücklich und mehr als erleichtert nahmen die Athleten ihre Medaille in Empfang und versuchten zum Siegerfoto noch ein Lächeln aufzusetzen – dem einen gelang dies besser als dem anderen.

 

In der Retrospektive bleibt zu sagen: „Geil, geil, geil!“

 

Die Organisation war über alle Bereiche bestens strukturiert. Startnummernausgabe, Startaufstellung, Verpflegung, frei nutzbare Verkehrsmittel und reichlich Hilfestellungen machten diesen besonderen ersten Marathon für den Harpstedter zu einem großartigen Erlebnis.

Mit einer Nettozeit von 03:52 wurde das Minimalziel von Ulf erreicht. Jedoch wäre nach der Halbmarathonzeit von 01:47 im Kopf noch anderes möglich gewesen.

Erwartungsgemäß siegte dann doch der Körper - spätestens ab dem Kilometer 30.

 

Hinten wird der Bulle eben doch flach.

 

 

 

 

 

(Autor: U. Fröhlich)