Harpstedter Damentrio wagt sich an der Thülsfelder Talsperre auf die Olympische Distanz

Katrin Fronzek, Christiane Tchorz und Nicole von Döllen
Katrin Fronzek, Christiane Tchorz und Nicole von Döllen


02.08.15, wieder einmal ist Sonntag und somit Wettkampftag. Während sich Rolf Schröder und Detlef Meinert tapfer in Berlin auf der Langdistanz schlugen, verschlug es die drei Harpstedterinnen Christiane Tchorz, Nicole von Döllen und Katrin Fronzek an die Thülsfelder Talsperre. Alle drei Athletinnen wagten sich an diesem Tag an die olympische Distanz, wobei es sich bei Christiane Tchorz um die Premiere auf dieser Strecke handelte.

 

Der Wettergott zeigte sich gütig, so dass unter sonnigen Himmel bei etwa 24° Grad Außentemperatur lediglich ein kleines Lüftchen wehte. Das Wasser der Talsperre wies jedoch nur eine Temperatur von 18 °Grad auf, zum Leidwesen der einen und zum Glück für die anderen war somit das Tragen von Neoprenanzügen gestattet.

Rückblickend auf das vergangene Jahr wurde nochmals vom Kampfrichter erwähnt, gerade beim Schwimmen auf andere Teilnehmer Rücksicht zu nehmen und sich fair zu verhalten. Später stellte sich heraus, dass dies aufgrund der individuellen Auslegung der Athleten doch wieder in einem Wasserkampf mündete. Zudem war das Wegwerfen oder Verlieren von Gel-Verpackungen oder ähnlichem Unrat unter Strafe bis hin zur Disqualifikation gestellt. Dies ist sehr löblich, da die Streckenführungen durch Naturschutzgebiete verliefen und eine „Vermüllung“ der Region durch eine Sportveranstaltung grundsätzlich vermieden werden sollte. Für die einzelnen Athleten stellte sich natürlich sofort die Frage: Wohin mit den geöffneten Gel-Verpackungen? Unterschiedliche und teilweise kreative Lösungen für dieses Problem wurden von beinahe allen Teilnehmern gefunden, so dass die Strecke sehr sauber zurückgelassen wurde. Lediglich der ein oder andere Einteiler klebte nach dem Radfahren von Gelresten.

Katrin Fronzek nach ihrer Lieblingsdisziplin auf dem Weg zur Wechselzone.
Katrin Fronzek nach ihrer Lieblingsdisziplin auf dem Weg zur Wechselzone.

Katrin Fronzek kämpfte beim Schwimmen wie immer an vorderster Front mit. Nachdem sie von einem anderen Schwimmer zweimal kräftig unter Wasser gedrückt wurde, warf auch sie die vom Kampfrichter gepredigte Fairness über Bord und rächte sich an dem neben ihr schwimmenden Rüpel. Bei etwa 750 Metern fand sie ihren üblichen Schwimmrythmus. Allerdings musste sie wenig später schon aus dem Wasser, da die Schwimmstrecke bei diesem Wettkampf anstatt 1,5 km lediglich einen Kilometer betrug. Schon im Vorfeld maulte sie über diesen Zustand, Schwimmen ist immerhin ihre liebste und stärkste Disziplin! ;-)


Aus dem Neo gepellt und aufs Rad geschwungen, konnten die 40 Radkilometer angegangen werden. Dank des neuen Lenkeraufsatzes, der flachen Strecke und dem quasi nicht vorhandenen Wind, war dies keine Schwierigkeit für Katrin.


Fix ging es nun auf die Laufstrecke. Bereits nach den ersten der insgesamt 10 km bemerkte Katrin, was sie beim Wechseln vergessen hatte: Cappi, Socken und schon vorher mal Sonnencreme auftragen... In der Mittagshitze auf dem Deich der Talsperre war es mittlerweile für die Läufer ziemlich heiß geworden. Diverse freiwillige Helfer verteilten fleißig Schwämme und Wasser, so dass für Kühlung stets gesorgt war. Somit war der Lauf recht unproblematisch. Sogar für einen Schlussspurt hatte die schnellste der drei Harpstedterinnen noch genug Energie. Trotz mittlerweile kaputt gelaufener Füße und fürchterlichem Sonnenbrand erreichte Katrin als achte Frau insgesamt und zweite ihrer Altersklasse  in 2.33.48 Stunden das Ziel. 

Christiane Tchorz konnte beim Laufen wieder ein paar Minuten gut machen.
Christiane Tchorz konnte beim Laufen wieder ein paar Minuten gut machen.

Für Christiane Tchorz war die Aufregung vor dem Wettkampf und der ersten Olympischen Distanz entsprechend groß, wobei sie sich dies aber wie so oft nicht anmerken ließ. Doch alle Sorgen im Vorfeld erwiesen sich als völlig unberechtigt. „Nicht Letzte werden“ lautete Christianes Minimalziel und dieses bewältigte sie ohne Schwierigkeiten. Diverse Athleten kamen nach ihr ins Ziel und nach dem Ausspruch: „So anstrengend war das jetzt ja gar nicht“ sind hoffentlich jegliche Bedenken für eine weitere OD weggewischt!

 

Die Wassertemperatur und damit das Tragen des Neoprenanzugs versetzten sie allerdings zunächst in Schrecken. Im Gegensatz zu den anderen beiden HTBlerinnen hasst Christiane das Schwimmen im Kälteschutzanzug, er behindert sie mehr, als dass er ihr Vorteile bringt. Dann noch die längere Strecke dazu, da war die Laune vorm Start zunächst nicht die Beste. Aber Augen zu und durch, es half ja nichts. Unerwartet unproblematisch verlief dann jedoch die erste Disziplin für die Neu-Olympionikin. Aus dem Getümmel nach dem Start hielt sie sich weitestgehend heraus und musste somit auch nur wenige leichte Schläge und Tritte einstecken. Christiane schwamm von Anfang an ihren Rhythmus und konnte diesen auch bis zum Schluss durchhalten. Ca. eine Minute vor der dritten Harpstedterin Nicole von Döllen verließ sie das Wasser und startete auf die Radstrecke. 

Nicole von Döllen punktete auf der Radstrecke.
Nicole von Döllen punktete auf der Radstrecke.

Ebenfalls von Trainer Rolf Schröder mit einem neuen Lenkeraufsatz ausgestattet, war sie dort gut unterwegs – dachte sie zumindest. Auch wenn die Strecke doppelt so lang war wie die bisher absolvierten Sprintdistanzen, so blieb der Rennverlauf altbekannt und Nicole von Döllen zog kurz vorm Wendepunkt an Tchorz vorbei. „Nicole ist einfach die bessere Radfahrerin. Auch wenn ich meine Zeiten im Vergleich zum Vorjahr verbessert habe, da komme ich einfach nicht ran“ erkennt Tchorz die Leistung ihrer Vereinskameradin an.

Zudem plagten sie inzwischen erhebliche Rückenschmerzen, die auch das linke Bein stark beeinträchtigten. „Ich wollte die Radstrecke dann einfach irgendwie hinter mich bringen und habe darauf spekuliert, vielleicht auf den 10 km beim Laufen die ein oder andere Minute wieder gut zu machen“ beschreibt Christiane die letzten Kilometer.

 

Nach einem schnellen Wechsel konnte sie dann auf der Wendepunktstrecke auf dem Deich der Talsperre die Verfolgung aufnehmen. Das Bein wollte zwar immer noch nicht so recht, wurde aber langsam besser. Außerdem konnte darauf jetzt sowieso keine Rücksicht genommen werden.

Die Anstrengung wurde belohnt und Christiane konnte Nicole bei km 2 wieder einholen. Der Rest der wirklich gut mit Getränkeständen, Schwämmen und Duschen ausgestatteten Laufstrecke konnte sie dann unproblematisch „nach Hause laufen“ – und kam (ohne Blasen und ohne Sonnenbrand) in 2.47.48 Stunden als vierte ihrer Altersklasse TW35 durch den Zielbogen auf dem Aktionsplatz gelaufen. Nicole folgte in 2.52.50 als fünfte der TW35.

Katrin und Christiane freuen sich im Ziel.
Katrin und Christiane freuen sich im Ziel.


Überraschend munter und erstaunt, dass die doppelte Strecke gar nicht unbedingt die doppelte konditionelle Anstrengung bedeutet, freute sich die OD-Debütantin gemeinsam mit den beiden anderen Harpstedterinnen über diesen gelungenen Wettkampftag.

Alle waren sich einig, dass der verhältnismäßig kleine, aber super organisierte Triathlon an der Thülsfelder Talsperre mit seinem familiären Flair immer eine Reise wert ist. Auch Zuschauer haben ideale Voraussetzungen, können die verschiedenen Strecken einsehen und – je nach Wetter – den Besuch mit einem Badeausflug oder anderen Aktivitäten rund um die Talsperre verbinden.                                                                                       

 

Die Ergebnisse im Einzelnen:


 

Gesamt-platzierung

AK

Platz AK

Schwimmen inkl. Wechsel

Rad

Laufen inkl. Wechsel

Gesamt-zeit

K. Fronzek

72/8

TW30

2

0.20.25

1.18.21

0.55.02

2.33.48

C. Tchorz

94/14

TW35

4

0.26.10

1.20.58

1.00.40

2.47.48

N. v. Döllen

101/17

TW35

5

0.27.02

1.18.43

1.07.05

2.52.50


Autoren: K. Fronzek/C. Tchorz