Ein etwas anderer Wettkampf - 33. Leipziger Triathlon

Ulf startet diese Saison noch unter Harpstedter Flagge.
Ulf startet diese Saison noch unter Harpstedter Flagge.

Sommerferien – für Leute meines Berufsstandes DIE Gelegenheit, durch die Republik zu tingeln und sonst nicht so oft gesehene Freunde wiederzutreffen.

 

 

So besuchte ich am vergangenen Wochenende unseren (Ex-)HTB-ler Ulf, den es inzwischen beruflich nach Leipzig verschlagen hat. Wunderbares Wetter ließ tatsächlich richtiges Urlaubsfeeling aufkommen. Für Triathleten bietet die Region mit einer Vielzahl von Seen und einer Menge autofreien Radstrecken rundherum nahezu paradiesische Trainingsbedingungen. Da kann man schonmal neidisch werden. ;-)

Kulkwitzer See
Kulkwitzer See

Wie der Zufall es wollte, fand ausgerechnet an diesem Wochenende der 33. Leipziger Triathlon statt und wir beschlossen recht spontan, zu versuchen, noch an Startplätze zu kommen. Denn eigentlich war der Wettkampf seit Wochen ausgebucht. Doch wir hatten Glück und konnten am Samstag noch zwei zurückgegebene Startnummern ergattern.

 

 

So hatten wir beide (ich nach längerer krankheitsbedinger Pause und Ulf nach durchaus erfolgreicher Biergartensaison) jeweils den ersten Wettkampf des Jahres vor uns.

Wir starteten am Sonntag in der „Fitnesswelle“ (550 – 21,5 – 5), was sich zugegebenermaßen ein wenig nach „Seniorengymnastik“ anhört. War es aber nicht. Schon gar nicht bei 30 Grad.

 

Allgemein war der Wettkampf sowieso etwas „anders“, als wir es von den hiesigen Veranstaltungen kennen…

 

 

Die über 30-jährige Erfahrung ließ sich den Organisatoren jedoch nicht absprechen, denn eine solche Masse an Sportlern ohne sichtbare Pannen zu koordinieren, ist sicherlich nicht so leicht.

So fanden wir uns am Nachmittag am Schwimmstart ein. Ein Neoverbot gab es trotz der Hitze nicht. Die Wassertemperatur betrug angeblich seit Tagen 21,5 Grad. Schon klar. J

 

Wer die verschiedenen „kleinen“ Starts beispielsweise vom Silbersee kennt, konnte hier eine neue Erfahrung machen, indem nämlich mehrere Hundert Athleten gleichzeitig ins Wasser gingen.

Ulf tat gut daran, aus der ersten Reihe zu starten und konnte im Feld vorne mitschwimmen. Da ihm sein geliebter Neo gelassen wurde war er sowieso happy und legte eine passable Schwimmzeit hin.

 

Im hinteren Feld hatte ich jedoch keine Chance, zwischen den vielen vielen Brustschwimmern (und auch andere merkwürde Schwimmstile waren vertreten, die ich nicht so richtig identifizieren konnte) hindurchzukommen. Nach einigen recht schmerzhaften und zumeist erfolglosen Überholmanövern gab ich auf und dachte mir „Sch… auf die Schwimmzeit, das macht den Kohl jetzt auch nicht mehr fett!“ So paddelte ich mitten im „Brustfeld“ mit – so kommt man auch an und das ist auch gar nicht so anstrengend. J

Der Wechsel aufs Rad verlief bei uns beiden problemlos, doch auf der Radstrecke erwarteten uns die nächsten Merkwürdigkeiten. Insgesamt war die Strecke sehr voll, Windschattenfahren konnte gar nicht vermieden werden und wurde auch nicht geahndet. Zumindest haben wir nichts davon mitgekriegt. Vielleicht war es sogar erlaubt? Man hätte doch mal die Regeln lesen sollen…

 

 

Überholt wurde überall, rechts, links oder in der Mitte zwischen zwei Fahrern. Total verrückt. Das hatte allerdings auch einige Stürze zur Folge, von denen wir zum Glück verschont blieben.

 

Ansonsten ließ sich die Strecke gut fahren. Die 10-km-Runde musste zweimal absolviert werden. Ulf konnte endlich mal testen, was sein neues Rad so kann. Und es konnte. Über die gesamte Strecke auf dem Lenkeraufsatz abgetaucht, legte er eine wirklich gute Radzeit hin – ärgerte sich nur im Nachhinein, das Windschattenfahren nicht ausgenutzt zu haben.

 

Auch ich war mit dem Ergebnis auf diesem Abschnitt wesentlich zufriedener als beim Schwimmen.

Erschöpfung im Ziel
Erschöpfung im Ziel

 

Beim Laufen machte sich dann die Hitze noch mehr bemerkbar und die 5 km zogen und zogen sich. Schneller wollten die Beine einfach nicht mehr. Trotzdem kamen wir irgendwann (Ulf natürlich weit vor mir) im Ziel an und alles war im Nachhinein wiedermal nur halb so schlimm.

 

 

Interessant: Die FKK-Kultur im Osten lässt sich auch von einer großen Sportveranstaltung nicht beirren. Neben Wechselzone, Schwimmstart und entlang der Laufstrecke lagen, saßen oder standen deren Anhänger am See. Das war ab und an schon einen Schmunzler wert.

 

 

Immer frei nach dem Motto „Öfter mal was Neues“ war das für mich also ein spannendes und zumindest für die individuelle Bilanz auch erfolgreiches Wochenende. Wettkämpfe in weit weit weg – das kann man mal machen.

 

Autorin: C. Tchorz

Hier ein Beitrag über die olympische Distanz, der aber die allgemeine Atmosphäre auch ganz gut wiedergibt:

https://youtu.be/bZwKd91dWbE

 

Beitrag vom MDR:

http://www.mdr.de/mediathek/mdr-videos/a/video-35036.html