Rad am Ring - Fleur und Jasper bezwingen die "Grüne Hölle"

Ingo Soeder, Marc Suin de Boutemard, Fleur Suin de Boutemard und Jasper Rittner gingen beim Rad am Ring an den Start.
Ingo Soeder, Marc Suin de Boutemard, Fleur Suin de Boutemard und Jasper Rittner gingen beim Rad am Ring an den Start.

Eigentlich denkt man ja beim Nürburgring an Sebastian Vettel oder Niki Lauda. Doch zumindest beim HTB könnte man nun auf ganz andere Gedanken kommen. Die beiden Triathleten Fleur Suin de Boutemard und Jasper Rittner machten am Wochenende den Nürburgring unsicher. Und zwar nicht in Rennwagen, sondern mit ihren Rennrädern. Zusammen mit Fleurs Bruder Marc Suin de Boutemard und Ingo Soeder starteten die HTBler beim 24-Stunden-Rad-Rennen durch die Grüne Hölle.

Dabei war eindeutig der Spaß wichtiger als ein Platz auf dem Podium. Im gemieteten Riesenwohnmobil von 7,5 t und einer Radgarage ging es bereits am Freitag nach Rheinland-Pfalz. Nach einer hervorragend selbst gemachten Pasta-Party von Jasper in der Bordküche des Acht-Meter-Schlachtschiffs ging es zum Sehen und Gesehenwerden in die Eventzone in der Boxengasse. Da rannte uns erstmal Sebastian Kienle in die Arme. Er hatte beim Zeitfahren am späten Nachmittag einen zweiten Platz belegt. Ob er wegen uns dann nicht beim 24-Stunden-Rennen antrat oder zu lange noch in der Boxengasse gefeiert hat, muss an dieser Stelle unbeantwortet bleiben. 

Am Sonnabendmittag dann der Start. Mehrere tausend Teilnehmer drängelten sich dort, wo sonst Boxenluder posieren. Denn es gab gleich ein gutes Dutzend Rennen. 150 und 75 Kilometer durch die Grüne Hölle, Mountainbike-Rennen und 24-Stunden-Wettbewerbe für Einzelfahrer wie für Teams von zwei bis acht Teilnehmern. Dazu sogar noch E-Bike-Rennen. Mit Blick auf die heftigen Steigungen wäre das vermutlich die entspanntere Variante gewesen. Wir hatten aber zwei Zweierteams ohne Motor gemeldet.

Fleur wagte mit Ingo Soeder zusammen den Start, der die beiden, als erfahrener Cyclassics Radrenn-fahrer in der 5. Reihe positionierte. Schon die erste Runde hatte es in sich. Es ging am Start gleich auf 45 km/h und es folgten noch höhere Geschwindigkeiten. An mehreren Stellen kam es zu heftigen Unfällen. Fleur musste gar erste Hilfe leisten. Die Strecke war zwar trocken und der Asphalt perfekt. Aber der Nürburgring ist keine RTF-Landstraße, sondern eine Rennstrecke, die fast ausschließlich aus Kurven besteht. Dazu heftige Anstiege bis zu 18 Prozent und ebenso extreme Abfahrten, bei denen die Top-Athleten sich mit mehr als Tempo 100 in die sog. Fuchsröhre hinabstürzten. Bei Jasper war der Garmin zum Glück schon auf seiner ersten Runde defekt. Da konnte er nicht wirklich sehen, wie schnell er durch die Kurven hinabraste und auch nicht, wie langsam es dann hinauf zur Hohen Acht ging. Immerhin: Im Gegensatz zu so manchem Teilnehmer musste keiner aus den beiden Teams absteigen und schieben. Eine neue Herausforderung erwartete die vier dann mit Einbruch der Dunkelheit, wo sich ein sehr heller Scheinwerfer als lebensrettend herausstellte, da die Rennstrecke bis auf ein paar Hotspots unbeleuchtet gefahren wurde. Zur Hohen Acht peitschte nachts ein Moderator mit lauter Musik die Fahrer das steilste Stück hoch, so dass es gar gelang aus dem Sattel zu gehen.

26 Kilometer lang war eine Runde, garniert mit rund 580 Höhenmetern. Insgesamt 29 Runden schafften die beiden Teams zusammen, was fast 17.000 Höhenmetern und 754 Kilometern entsprach. Jasper fuhr noch die wenigsten Runden, was an einem anderen "24-Stunden-Rennen" lag. Beim 24-Stunden-Lauf in Delmenhorst im Juni hatte er sich an Hüfte und Adduktoren verletzt und seitdem nicht mehr trainiert. Weshalb er es auf dem Nürburgring eher zurückhaltend anging. Am Ende sprang dann aber für Fleur und Jasper immerhin noch ein 119. Gesamtrang und der 51. Platz in der Altersklasse heraus. Wobei Mixedteams zusammen mit den reinen Männerteams gewertet wurden. So bleibt noch Luft nach oben fürs nächste Jahr. Und vielleicht traut sich dann ja auch der Sebi Kienle. Fleur würde mit ihm sogar ihr Gel teilen...´

Hier noch ein kleiner Eindruck von der Strecke:

https://www.youtube.com/watch?v=PhB_3_mTYqA

 

Autoren: Fleur Suin de Boutemard und Jasper Rittner