ETU Europameisterschaft über die Sprintdistanz in Düsseldorf

 

 

Zusammen mit über 200 weiteren deutschen Athleten und 600 Athleten der anderen Nationen startete ich am 25.06.2017 in Düsseldorf bei der Europameisterschaft über die Sprintdistanz der Altersklassen.

Bereits Anfang des Jahres hatte ich meine Bewerbung bei der DTU in Form von zehn möglichen Altersklassenergebnissen  zuvor absolvierter Wettkämpfe aus den letzten zwei Jahren eingereicht.

 

Ich erhielt nach dem Ablauf der Anmeldefrist Anfang Mai die positive Nachricht, für die Altersklassen Nationalmannschaft nominiert worden zu sein.

Das spezifische Wettkampftraining, mit dem ich bereits Ende 2016 begonnen hatte, war zeitlich mit einem letzten Leistungstest bei den Landesmeisterschaften in Peine, auf den Austragungstermin der Europameisterschaft ausgerichtet gewesen.

 

War ich in der gesamten Vorbereitungszeit ohne gesundheitliche Einschränkungen durchgekommen, fing ich mir genau eine Woche vor dem Wettkampf eine leichte Erkältung ein, die es wegzustecken galt.

Zusammen mit meiner Freundin und meinem mich lautstark unterstützenden Hund reiste ich bereits am Freitag nach Düsseldorf wo wir in das direkt gegenüber der Wettkampfstätte, dem Medienhafen, liegende Hotel Courtyard eincheckten. Am Freitag blieb etwas Zeit das Athletendorf und die Triathlon Messe zu erkunden sowie die offizielle Registrierung und Abholung der Startunterlagen vorzunehmen.

 

Das Highlight des Freitags bildete die Parade aller angereisten Teilnehmer der jeweiligen Nationen. Neben den Europäischen Ländern nahmen jedoch auch Teilnehmer aus nicht Europäischen Ländern u.a. der USA und Kanada teil, die stärkste Nation stellten hier die Briten mit ca. 300 Teilnehmern dar. 

Die Deutsche Triathlon Union (DTU) hatte im Zuge der Europameisterschaft für ein entsprechendes Rahmenprogramm ihrer Altersklassenathleten gesorgt und bot den Teilnehmern unter anderem am Samstag ein teamgeistbildendes Meet & Greet bei Pasta und 0,0% Bitburger Getränken an, bei dem man sich mit den anderen deutschen Teilnehmern austauschen konnte und sich nebenbei auch etwas die Zeit bis zum Start der Wettkämpfe der ETU Elite Frauen und Männer vertreiben konnte.

Neben dem gemütlichen Rahmenprogramm galt es am Samstag jedoch auch offizielle Termine wahrzunehmen und diese nicht zu verpassen, hierzu gehörte unter anderem das Athletenbriefing und der obligatorische Check-in des Wettkampfrades, Kontrolle des Wettkampfanzuges und Rad Helms.

 

Ferner bestand nur am Samstag ein entsprechendes Zeitfenster, um sich mit der Schwimmstrecke vertraut zu machen, da der Medienhafen ansonsten eine Schwimmverbotszone darstellt.

Die Altersklassenwettkämpfe starteten früh am Sonntagmorgen mit den jüngsten Altersklassen M16 und M20 um 08:00, ich selber startete um 08:30 zusammen in einer Gruppe von 102 Athleten bestehend aus 50 AK35 und 52 AK40 Teilnehmern.

So galt es bereits um 06:30 das Hotel zu verlassen, die Wechselzone final herzurichten und mindestens eine halbe Stunde vor dem Start, im eigentlichen Athletenbereich eingecheckt zu haben, um nicht den eigentlichen Zeitpunkt zu verpassen, an dem die Athleten ca. 20 Minuten vor Start von den Wettkampfoffiziellen in die eigentliche Wettkampfzone geführt werden.

 

Ist man hier zu spät dran ist der Wettkampf bereits vorzeitig für den Athleten beendet.

Pünktlich um 08:30 ertönte das Starthorn und wir konnten die Schwimmstrecke in Angriff nehmen. Die Athleten, die zuvor noch mitbekommen hatten, dass der Medienhafen doch noch von den Tagen zuvor herrschenden 26 Grad Wassertemperatur auf am Wettkampftag 23 Grad abgekühlt war und somit NEO Freigabe angeschlagen wurde, freuten sich sichtlich die 750 Meter mit der Auftriebsunterstützung bei 18-20 Grad Umgebungstemperatur, schwimmen zu können.

Ich verließ das Wasser des Medienhafens nach 00:15:40, über die ca. 20 Meter nach oben führende Metalltreppe und brauchte für den Transfer der ca. 800 Meter, welche aus 300 Metern Laufstrecke und der 500 Metern langen Wechselzone bestand 03:44.

 

Für die technisch anspruchsvolle Radstrecke von 20,8 Kilometern benötigte ich 00:34:31, es hatte zuvor noch einmal geregnet, die Fahrbahn war nass und es gab vereinzelte Pfützen. Zudem herrschte recht starker Seitenwind, welches sich bei den Teilnehmern mit Scheibenrad noch mehr bemerkbar gemacht haben muss als bei meinen eingesetzten Hochprofilrädern Auf der langen Hin- und Rückgeraden sowie den beiden Rheinbrücken, die es zu überqueren galt, machte ich einige spürbare Sätze zur Seite, auch ließ der Wind nicht annähernd die Geschwindigkeiten zu, die ich noch eine Woche zuvor in Peine mit ca. 41km/h Durchschnittsgeschwindigkeit, auf den Asphalt bringen konnte. So reichte es am Ende für einen passablen 36er Schnitt.

Technisch anspruchsvoll war die Strecke insofern, dass die Brückenauf- und -abfahrten und die sich daran anschließenden Kurvenkombinationen von den Teilnehmern einiges an Fahrkönnen abforderten und wie ich später im Ziel feststellte doch zu diversen Stürzen geführt haben müssen. Hier zeigte anschließend der ein oder andere mehr oder weniger stolz seine blutigen Abschürfungen am Oberarm und den Beinen.

Für den folgenden Wechsel vom Rad durch die Wechselzone und auf die Laufstrecke benötigte ich 01:57.

Die überwiegend flache Laufstrecke über 5 Kilometer wartete an einer Stelle mit einer leichten Steigung auf, führte an der Rheinpromenade entlang, vorbei am NRW Landtag und musste insgesamt zweimal durchlaufen werden. Die Strecke war dabei durchgehend gesäumt von anfeuerndem Publikum.

Die Laufstrecke schloss ich nach 00:21:23 mit Durchquerung des Zielbogens ab, mit einer Gesamtzeit von 01:17:23.

Hielt ich bei einer der leistungstechnisch stärksten Altersklassen der Veranstaltung im Vorfeld eine Top 40 Altersklassenplatzierung  für realistisch, konnte ich später erfreut zu Kenntnis nehmen, besser als erwartet mit dem 37. Altersklassenplatz gefinished zu haben. Ferner nehme ich wertvolle Erkenntnisse für mein weiteres Verbesserungspotential aus diesem internationalen Wettkampf für die restlichen Saisonstarts mit und freue mich auf weitere mögliche internationale Wettkämpfe.

 

Gesamtwertung:

297. Platz

Altersklassenwertung M35:

37. Platz

 

 

Bericht: Jens Oliver Müller